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Langsam erwärmen - Erste Hilfe bei Erfrierungen und Unterkühlung

Minus neun Grad Celsius – eigentlich eine Temperatur, bei denen die Meisten nur dann vor die Tür gehen, wenn es sich nicht vermeiden lässt. G. jedoch gehört nicht dazu. Er spaziert gern durch die kältestarre Landschaft, betrachtet die Wiesen, die bei diesen Temperaturen in der Sonne weißlich-glitzern und lässt sich auch durch die scharfe Brise, die ihm um die Nase weht und die die Umgebung gefühlt noch kälter werden lässt, nicht sonderlich beeindrucken. Schließlich ist er in dick-gefütterte Kleidung eingehüllt, die den Temperaturen, zumindest am Anfang, trotzen.

 

Doch irgendwann merkt er, dass es ihm tatsächlich ein wenig kalt ist. Seine Hände frieren, und so besinnt er sich eines alten Tricks – wenn man die Hände aneinanderreibt, werden sie wieder wärmer. Bei kalten Händen hilft dies auch – bei Nasen, Ohren, Zehen und Fingern, die für Erfrierungen besonders anfällig sind, wäre dies allerdings ein Fehler.

 

Dr Hans-Richard Paschen, Bundesfeuerwehrarzt und Intensivmediziner aus Hamburg, erklärte in der „Apotheken Umschau“, dass der Gewebeschaden durch Reibung vergrößert werden könne. Stattdessen sollten erfrohrene Körperteile in einem Wasserbad erwärmt werden, dessen Temperatur langsam ansteigt. Auch Körperwärme hilft – beispielsweise kann man die Hände in den Achselhöhlen aufwärmen.

 

„Zuvor muss allerdings immer nasse Kleidung durch trockene ersetzt werden“, verrät uns die Zeitschrift, ebenso wie den Tipp, dass „mitunter“ „auch warme Getränke“ hilfreich sind.

 

Ein weiterer Fehler, neben dem Aneinanderreiben, was den Gewebeschaden vergrößern könnte, ist es, Unterkühlte zu stark zu bewegen. Hierbei wird das kalte Blut zum Körperkern geleitet, was dazu führt, dass dieser weiter abkühlt.

 

Sinkt die Körpertemperatur unter 35 Grad, wird die Lage ernst, bei 33 Grad sogar „sehr gefährlich“, denn – so erfährt der Leser – „Dann hört das Muskelzittern auf und der Betroffene verliert das Bewusstsein.“

 

Quelle: „Apotheken Umschau“

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